Die Papiere haben wir inzwischen erhalten. Rein theoretisch wären wir also frei, auszulaufen und uns eine gemütliche Bucht zu suchen. Gestern konnten wir zudem unsere zwar ramponierten, aber noch zu zwei Dritteln funktionierenden Solarpanels wieder in Betrieb nehmen. Sie liefern uns den nötigsten Strom, bis wir die neuen Panels in Plataria montieren können.
Doch das Wetter zeigt sich heute ganz anders, als man es von Griechenland im Mai erwarten würde: Regen, starker Wind und gerade einmal kühle 18 Grad.
Ausserdem hätte heute unser vor sechs Monaten bestelltes Dinghi geliefert werden sollen. Unser fast neues „altes“ Dinghi wurde letztes Jahr bei einem heftigen Crash zerstört. Nun hat sich herausgestellt, dass versehentlich das falsche Modell bestellt wurde – viel zu gross für uns.
Die Geduld meines Kapitäns wird im Moment wirklich auf die Probe gestellt. Gerade sucht er im Internet nach einer Möglichkeit, irgendwo doch noch ein passendes Beiboot aufzutreiben. Ohne Dinghi sind wir schlicht aufgeschmissen.
Immerhin wurde heute endlich der vergessene Service am Aussenbordmotor erledigt. Den haben wir nun zurück … nur nützt er uns ohne Dinghi herzlich wenig.
Einerseits geniesse ich die Sicherheit des Hafens und dieses inzwischen vertraute, fast gemütliche Eingelebt sein auf unserem Schiff. Andererseits zieht es mich hinaus aufs Meer – in die Buchten und natürlich unter Segel.
Dieses Leben zeigt uns immer wieder auch die eigenen Grenzen. Dass Warten einfach dazugehört. Dass trotz aller Planung am Ende doch alles anders kommen kann.
Also nutze ich die Zeit, schreibe Bewerbungen für meine Wintersaison zu Hause, stricke, räume noch dies und das um und bereite alles vor. Damit wir, wenn dann endlich alles passt, wirklich bereit sind zum Losfahren.



