Zur Reise: Segelsaison 2026

Abenteuerfahrt durch Korfu

13. Mai 2026

Da wir noch immer auf unser Dinghi und die Schwimmwesten warten und uns zudem für heute eigentlich die Reinigung unseres Teakdecks versprochen worden war, beschlossen wir kurzerhand, Korfu etwas genauer zu erkunden. Wenn man schon ein Auto zur Verfügung hat, sollte man es auch nutzen. Wobei – Google Maps scheint nicht ganz zu wissen, dass Peter ein fast neues Auto fährt 😊

Griechenland erscheint mir wie ein Land der Gegensätze. Besonders deutlich zeigt sich das auf den Strassen: alte, zerbeulte Autos tuckern neben grossen, glänzenden Neuwagen her, als wäre dieser Kontrast das Natürlichste der Welt.

Auf den Hauptstrassen kommt man – von den überall parkierenden Autos einmal abgesehen – eigentlich recht gut voran. Doch sobald man in eine Nebenstrasse abbiegt, beginnt das kleine Abenteuer. Man weiss nie genau, was einen hinter der nächsten Kurve erwartet. Ziegenherden, rostende Lastwagen, enge Gassen, unübersichtliche Kurven oder plötzlich auftauchende Schlaglöcher – hier braucht es Konzentration und manchmal auch starke Nerven.

Damals in Brasilien dachte ich noch, die Strassen dort seien ein Abenteuer. Heute muss ich schmunzeln – denn gewisse Strassen hier in Griechenland stellen selbst Brasilien locker in den Schatten.

Ähnlich widersprüchlich zeigt sich auch die Landschaft. Es gibt Gegenden, die verwahrlost wirken: Bauruinen, verlassene Autos, heruntergekommene Quartiere und Orte, die schon bessere Zeiten gesehen haben. Und dann – ganz plötzlich – öffnet sich der Blick auf eine atemberaubende Landschaft. Endlose Olivenhaine, das glitzernde Meer in der Ferne und Strände, die aussehen, als hätte jemand ein Stück Karibik mitten nach Griechenland verpflanzt.

Korfu überrascht – manchmal im positiven, manchmal im herausfordernden Sinn. Aber genau diese Gegensätze machen die Insel wohl auch spannend.

Unsere Fahrt führte uns an der Ostküste Korfus Richtung Süden. An der karibikähnlichen Bouka Beach assen wir eine im Ort gekaufte, typisch Griechische Pastete.

Danach überquerten wir die Insel auf einem höchst abenteuerlichen Weg über den Hügel, der mich bestimmt einige neue graue Haare gekostet hat, um am westlichen Strand, ohne es beabsichtigt zu haben, an einem Ort zu landen, wo wir vor zwei Jahren schon mit Freunden und einem Mietauto gewesen waren. Agios Gordios, ein weiterer traumhafter Ort, wo einige Wasserratten das erste Bad der Saison genossen und noch mehr Sonnenanbeter sich die Grundlage für ihre Sommerbräune holten. (Wir sahen aber auch einige, die es mit der Sonne definitiv schon übertrieben hatten).

Wir selber bestellten unseren ersten Néscafe-Frappé und fuhren danach auf «normalen» Strassen zurück zum Schiff, wo wir feststellten, dass die versprochenen Arbeiten wohl doch auf ein anderes «Morgen» verlegt worden waren. Es war genau nichts gemacht. Aber erstaunen tut uns das nun wirklich nicht mehr. Den verregneten Abend verbrachten wir in unserer gemütlichen Nisirepe-Stube und hofften, dass unsere Freunde von der «Anjna» einen ruhigen Ort zum Ankern und übernachten gefunden hatten.

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