Zur Reise: Segelsaison 2026

Endlich unterwegs!

27. Mai 2026

Ruhig und friedlich beginnt dieser Tag in der Bucht von Sivota vor Anker.Genau diese Momente geniesse ich ausserordentlich. Am Festland kräht ein Hahn, Tauben gurren, Vögel singen. Auf den Nachbarbooten ist es noch still, und auch die Hälfte unserer Crew schläft noch. Patrick sitzt bereits oben im Cockpit und lernt für seine Weiterbildung.Er und meine Tochter sind am Sonntagabend spät angekommen – allerdings ohne Gepäck. Dieses befand sich bei ihrer Ankunft in Korfu in einem Flugzeug Richtung New York. Das ist zumindest der letzte bekannte Standort. Wo es sich momentan befindet, weiss offenbar niemand.Auf jeden Fall verbrachten wir unseren ersten gemeinsamen Tag mit Notshopping – es gibt Schlimmeres. In einem Outlet in der Nähe der Marina fanden wir die wichtigsten Basics, und im AB konnten sämtliche Toilettenartikel ersetzt werden.Beim Ausflug in die Altstadt am Abend fanden sich dann noch zwei, drei schöne Stücke, und so genossen wir den Abend bei einem feinen Znacht mitten in der Stadt – bedient von Fabio, unserem sehr aufmerksamen Kellner. Über uns schwirrten und riefen unzählige Alpensegler, hinter uns lag der Duft der Lederwaren aus einem nahegelegenen Geschäft in der Luft. Auf einem alten Balkon über uns bellte ein Terrier und löste bei Anita und Patrick ein wenig Heimweh nach ihrem Hund Sämi aus – dem es in der Schweiz aber sehr gut geht.Mit dem Taxi fuhren wir anschliessend zurück in die Marina.Gestern Morgen wurde der neuen Crew, die noch nie auf einem Segelschiff gewesen war, alles genau erklärt. Die Schwimmwesten, die wir uns freundlicherweise von Monika und Peter von der «Anjna» ausleihen durften, wurden angepasst – und dann fuhren wir endlich los!Geschmeidig und siidefiin legte unser Kapitän bei null Wind vom Steg ab, und wir schnupperten sofort die grosse Freiheit.Etwas skeptisch wurden während der ersten Stunden die Nasen der beiden Landeier beobachtet – doch es gab keinerlei Anzeichen von Unwohlsein oder Seekrankheit. Beide genossen die Fahrt in vollen Zügen. Zwar lohnte es sich überhaupt nicht, die Segel zu setzen, und so motorten wir rund vier Stunden bis in die Bucht von Sivota.Auch das Ankermanöver gelang – nach einem kleinen Schreckmoment wegen einer im Wasser schwimmenden Schot – auf Anhieb beim ersten Versuch.Sogar meine eher vorsichtige Tochter konnte dem Ruf des Wassers nicht widerstehen. Kurz nach dem Ankerbier waren alle im Wasser und genossen das Schwimmen im Meer. Das Stand-up-Paddle wurde zu Wasser gelassen, und die Jungen tobten sich kräftig aus.Nach dem Kochen an Bord verzückte uns ein wirklich, wirklich heftig schöner Sonnenuntergang. Patrick, der bereits unsere Hochzeitsföteli gemacht hatte, verstand es wunderbar, Mutter und Tochter sowie Kapitän und Smutje wunderschön in Szene zu setzen.Die Krönung dieses Tages war dann das WM-Eishockeyspiel Schweiz gegen Finnland, das «wir» mit 4:2 gewannen. Unsere Crew schaute den Match gemütlich auf der Leinwand mit Beamer im Cockpit.

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